Was ist TRIGG?

TRIGG ist ein traumapädagogisches Gruppenangebot für Geflüchtete, das Ulrich Floßdorf und sein Team seit 2018 anbieten. Es hilft den Betroffenen mit den Traumafolgen zurecht zu kommen, sich ein geregeltes Leben aufzubauen und ihre Lebensqualität wieder zu erlangen. Das Programm gliedert sich in Gruppen- und Einzelsitzungen mit einer professionellen Leitung, unterstützt von ehrenamtlichen Mentor*innen. Der Zugang ist niederschwellig, das Programm ganzheitlich und unter dem Motto „Hilf mir, es selbst zu tun“ findet eine ressourcenorientierte Einbindung von Ehrenamtlichen, sowie ehemaligen Teilnehmer*innen statt.

Als Träger von TRIGG fungiert die HelperNet gGmbH. HelperNet wird das Konzept weiter entwickeln und es zum gegebenen Zeitpunkt anderen Menschen und Organisationen zur Verfügung stellen. Außerdem werden weitere, ergänzende Projekte über HelperNet stattfinden.

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Wir danken unseren Partnern und Unterstützern:

TRIGG

Bayern- und auch bundesweit gibt es nur in den Großstädten wie München Erfahrungen auf dem Gebiet der pädagogischen Trauma-Arbeit mit Gruppen, sowie traumapädagogische Angebote für Geflüchtete. Vor allem ländliche Gebiete werden vernachlässigt und sind unterversorgt. Die meisten niedergelassenen Fachärzt*innen, Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen haben nicht die Kapazitäten, um neue Methoden der Gruppenarbeit mit Geflüchteten zu entwickeln. TRIGG erarbeitet an dieser Stelle ein neues Modell in einem praxisorientierten Kontext. Das Kürzel TRIGG steht für TRaumapädagogische IntensivGruppe für Geflüchtete und bezieht sich auf die Auslöser (Trigger) der Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Unser Team steht den Teilnehmer*innen auch nach Beendigung des TRIGG Programms bei Krisen und in Notlagen zur Seite.

 Zielgruppen

Je nach Gruppe richtet sich das Programm an männliche Geflüchtete mit traumatischen Erlebnissen im Alter von 16 Jahren aufwärts oder an Frauen mit ihren Kindern. Dabei berichtet der/die Betroffene von folgenden Symptomen, die auf eine posttraumatische Belastungsstörung hindeuten können:

  • Aggressives Verhalten (auch Autoaggressivität)
  • Antriebslosigkeit
  • Schlaflosigkeit (einschließl. Albträume)
  • Lernschwierigkeiten (Erinnerungsblockaden, Konzentrationsschwierigkeiten u.ä.)
  • Allgemein diffuse Ängste und Panikattacken
  • Suchtmittelmissbrauch
  • Kopfschmerzen bzw. Ohnmachtsanfälle

Nationalität, Ethnie, Konfession oder Aufenthaltsstatus spielen bei unseren Gruppen keine Rolle. TRIGG berät, begleitet und unterstützt zudem beziehungsrelevante Personen aus dem sozialen Umfeld der Teilnehmer*innen. Nähere Angaben siehe Teilnahmebedingungen.

Teile des TRIGG Angebotes richten sich auch an ehrenamtlich Helfende und Personen, die hauptamtlich mit traumatisierten Geflüchteten arbeiten. Mehr dazu unter TRIGG für Helfende.

Ziele

Die traumatisierten Teilnehmer*innen werden zunächst so weit wie möglich stabilisiert und in einem zweiten Schritt zu mehr Eigenständigkeit und Selbstverantwortung angeleitet. Unsere Teilnehmer*innen lernen in den TRIGG-Gruppen mit den Auswirkungen ihrer Traumatisierung besser umzugehen, mit Stress und Belastungen des Alltags klarzukommen und sich verstärkt auf ihre eigenen Ressourcen zu verlassen.

All dies geschieht, um ihre Lebensqualität zu erhöhen, ihre psychische Gesundheit zu verbessern und ihnen die Werte und Normen der neuen Umgebung näher zu bringen. So wird ihnen Inklusion und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, in der Schule, in der Ausbildung oder an der Arbeitsstätte erleichtert, um schließlich die Symptome ihrer posttraumatischen Belastungsstörungen zu verringern.

Die Gesellschaft profitiert von TRIGG durch eine Entlastung des Gesundheitssystems und anderer öffentlicher Träger, sowie durch die Integration von Geflüchteten am Arbeitsmarkt. Letzteres wirkt dem akuten Fachkräftemangel in Deutschland entgegen.

Was kann TRIGG nicht leisten?

TRIGG kann keinen Ersatz für Therapie und Sozialberatung leisten und hat keinen Einfluss auf den Ausgang eines Asylverfahrens.

Kinder und Jugendliche

Du bist Opfer einer Straftat geworden und hast möglicherweise bereits Anzeige erstattet?

Erwachsene

Sie erlebten eine schwere Straftat an Körper und/oder an Seele und beabsichtigen bei der Polizei Anzeige zu erstatten?

Eltern und Betreuungspersonen

Ein Kind oder ein Jugendlicher, das/der Opfer einer Gewalt und/oder Sexualstraftat wurde, leidet und seine Eltern oder Betreuungspersonen leiden mit.

Psychosoziale Prozessbegleitung

Solltest Du oder ein Familienmitglied in der Bundesrepublik Deutschland Opfer einer schweren Straftat geworden sein, so findest Du Hilfe und Unterstützung unter: www.psychpbg-flossdorf.de

Qualitätssicherung – Dafür stehen wir!

Respekt vor dem kulturellen Hintergrund der Teilnehmer*innen ist unser selbst gewählter Anspruch. Daher setzen sich unsere Mitarbeiter*innen mit der Kultur der Teilnehmer auseinander. Berücksichtigung finden sowohl die Geschichte als auch etwa Besonderheiten der einzelnen Herkunftsländer und Völker. Ebenso selbstverständlich sucht unser Team den offenen Dialog mit Angehörigen der beteiligten Ethnien und Volksgruppen.

Die Aufrechterhaltung der Qualität unserer Arbeit sichern wir durch Intervision (fachlicher Austausch auf kollegialer Ebene), durch Supervision (Beratung von Mitarbeiter*innen auf Fachebene) und regelmäßige Fortbildungen (Mentoren-Training). Außerdem findet eine Einbeziehung von externen Fachleuten, sowie eine Zusammenarbeit mit Fachärzt*innen, psychiatrischen Diensten und Kliniken statt.

Schweigepflicht und Datenschutz

Wir halten uns an die allgemein gültigen Regeln und Vorschriften des Datenschutzes. Persönliche Unterlagen und Protokolle werden über einen Zeitraum von zehn Jahren archiviert und danach vernichtet. TRIGG steht für Vertraulichkeit und Datenschutz bei interner Dokumentation und die Weitergabe von Daten an Dritte geschieht nur, wenn dies notwendig ist und der/die Teilnehmer*in eine Schweigepflichtentbindung ausstellt.

Einhaltung der Schweigepflicht der Mitarbeiter*innen (§203StGB, KDO, Bundesdatenschutzgesetz, KJHG §§ 61ff).

Danksagung

Wir bedanken uns herzlich für die Förderung durch den Flüchtlingsfonds der Erzdiözese München-Freising.

Wir danken für die Spenden von EagleBurgmann Chance e.V., Innerwheel Tegernsee, Förderverein Werkraum Penzberg e.V., Tölzer Kurier, Jörg Kühne und des Asylhelferkreises Eurasburg-Beuerberg, sowie für die Finanzierung einer Supervision für das TRIGG Team durch das Kreisbildungswerk Bad Tölz-Wolfratshausen.

Wir sind dankbar für die kostenlose Nutzung des Jugendhauses der Ev.luth. Kirchengemeinde St. Michael, Wolfratshausen unter Pfarrer Florian Gruber, sowie für die kostenfreie Nutzung des Pumpenhauses, das durch den Verein Bürger für Bürger e.V. bereitgestellt wird.

Dankbar sind wir für die großzügige Finanzierung von Aktion Mensch, die den Erfolg von TRIGG erst möglich gemacht hat. Ebenfalls über die Unterstützung durch die Pater-Rupert-Mayer-Stiftung, sowie die Elise-Herleder-Stiftung und für die Trägerschaft der Caritas, die eine derartige Finanzierung ermöglicht.

Unser Dank gilt des Weiteren allen Kooperationspartnern und Unterstützern >>.

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