Was ist TRIGG?

TRIGG ist ein traumapädagogisches Angebot für traumatisierte Geflüchtete, das Ulrich Floßdorf und sein Team seit 2017 anbieten.
Es hilft den Betroffenen mit den Traumafolgen zurecht zu kommen, sich ein geregeltes Leben aufzubauen und ihre Lebensqualität wieder zu erlangen. Das Programm gliedert sich in Gruppen- und Einzelsitzungen mit einem Therapeuten. Der Zugang ist niederschwellig, das Programm ganzheitlich und unter dem Motto „Hilf mir, es selbst zu tun“ findet eine ressourcenorientierte Einbindung von Ehrenamtlichen, sowie ehemaligen Teilnehmern statt.

Als Träger des TRIGG Projektes fungiert die HelperNet gGmbH. HelperNet wird das Konzept weiter entwickeln und es zum gegebenen Zeitpunkt anderen Menschen und Organisationen zur Verfügung stellen. Außerdem werden weitere, ergänzende Projekte über HelperNet stattfinden.

Wir danken unseren Partnern und Unterstützern:

TRIGG

Bayern- und auch bundesweit gibt es nur in den Großstädten wie München Erfahrungen auf dem Gebiet der pädagogischen Trauma-Arbeit mit Gruppen, sowie traumapädagogische Angebote für Geflüchtete. Vor allem ländliche Gebiete wurden vernachlässigt und sind unterversorgt. Die meisten niedergelassenen Fachärzte, Psychologen und Psychotherapeuten  haben nicht die Kapazitäten, um neue Methoden der Gruppenarbeit mit Geflüchteten zu entwickeln. TRIGG erarbeitet an dieser Stelle neue Modelle in einem praxisorientierten Kontext. Das Kürzel TRIGG steht für TRaumapädagogische IntensivGruppe für Geflüchtete und bezieht sich auf die Auslöser (Trigger) der Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Unser Team steht den Teilnehmern auch nach Beendigung der TRIGG-Kurse bei Krisen und in Notlagen zur Seite.

 Zielgruppen

Das Programm richtet sich hauptsächlich an Geflüchtete mit traumatischen Erlebnissen im Alter von 16 Jahren aufwärts, wobei die / der Betroffene von folgenden Symptomen berichtet, die auf eine posttraumatische Belastungsstörung hindeuten können:

  • Aggressives Verhalten (auch Autoaggressivität)
  • Antriebslosigkeit
  • Schlaflosigkeit (einschließl. Albträume)
  • Lernschwierigkeiten (Erinnerungsblockaden, Konzentrationsschwierigkeiten u.ä.)
  • Allgemein diffuse Ängste und Panikattacken
  • Suchtmittelmissbrauch
  • Kopfschmerzen bzw. Ohnmachtsanfälle

Nationalität, Ethnie, Konfession oder Aufenthaltsstatus spielen bei unseren Gruppen keine Rolle. TRIGG berät, begleitet und unterstützt zudem beziehungsrelevante Personen aus dem sozialen Umfeld der Teilnehmer. Nähere Angaben siehe Teilnahmebedingungen.

Teile des TRIGG Angebotes richten sich auch an Helfer, bzw. Personen, die mit traumatisierten Geflüchteten arbeiten. Mehr dazu unter TRIGG für Helfer.

Ziele

Geflüchtete mit Traumaerfahrung sollen zunächst so weit wie möglich stabilisiert, in einem zweiten Schritt zu mehr Eigenständigkeit und Selbstverantwortung angeleitet werden. Unsere Teilnehmer lernen in den TRIGG-Gruppen mit den Auswirkungen ihrer Traumatisierung besser umzugehen, mit Stress und Belastungen des Alltags klarzukommen und sich verstärkt auf ihre eigenen Ressourcen zu verlassen. All dies geschieht, um ihre Lebensqualität zu erhöhen, ihre psychische Gesundheit zu verbessern, ihnen Werte und Normen der neuen Umgebung näher zu bringen, ihnen Inklusion und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, in Schule, Ausbildung oder an der Arbeitsstätte, zu erleichtern und schließlich, um ihre posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS-Symptome) zu verringern.

Was kann TRIGG nicht leisten?

Einen Ersatz für Therapie, Sozialberatung, oder Einfluss auf den Ausgang eines Verfahrens bieten.

Kinder und Jugendliche

Du bist Opfer einer Straftat geworden und hast möglicherweise bereits Anzeige erstattet?

Erwachsene

Sie erlebten eine schwere Straftat an Körper und/oder an Seele und beabsichtigen bei der Polizei Anzeige zu erstatten?

Eltern und Betreuungspersonen

Ein Kind oder ein Jugendlicher, das/der Opfer einer Gewalt und/oder Sexualstraftat wurde, leidet und seine Eltern oder Betreuungspersonen leiden mit.

Psychosoziale Prozessbegleitung

Solltest Du oder ein Familienmitglied in der Bundesrepublik Deutschland Opfer einer schweren Straftat geworden sein, so findest Du Hilfe und Unterstützung unter: www.psychpbg-flossdorf.de

Qualitätssicherung – Dafür stehen wir!

Respekt vor dem kulturellen Hintergrund der Teilnehmer ist unser selbst gewählter Anspruch. Daher setzen sich unsere Mitarbeiter auch mit der Kultur der Teilnehmer auseinander. Berücksichtigung finden sowohl die Geschichte als auch etwa Besonderheiten der einzelnen Herkunftsländer und Völker. Ebenso selbstverständlich sucht unser Team den offenen Dialog mit Angehörigen der beteiligten Ethnien und Volksgruppen.

Die Aufrechterhaltung der Qualität unserer Arbeit sichern wir durch Intervision (fachlicher Austausch auf Kollegen-Ebene), durch Supervision (Mitarbeiterberatung auf Fachebene) und regelmäßige Fortbildungen. Außerdem findet eine Einbeziehung von externen Fachleuten, sowie eine Zusammenarbeit mit Fachärzten, psychiatrischen Diensten und Kliniken statt.

Schweigepflicht und Datenschutz

Wir halten uns an die allgemein gültigen Regeln und Vorschriften des Datenschutzes. Persönliche Unterlagen und Protokolle werden über einen Zeitraum von zehn Jahren archiviert und danach vernichtet. Vertraulichkeit steht bei TRIGG für Datenschutz bei interner Dokumentation, ausschließlich anonymisierte Weitergabe von Daten bzw. Weitergabe nur nach Schweigepflichtentbindung, Einbeziehung von Bezugspersonen / Institutionen nur in Absprache mit Kooperationspartner/innen.

Einhaltung der Schweigepflicht der Mitarbeiter / innen (§203StGB, KDO, Bundesdatenschutzgesetz, KJHG §§ 61ff).

Danksagung

Wir bedanken uns herzlich für die Förderung durch den Flüchtlingsfonds der Erzdiözese München-Freising.

Wir danken für die Spenden von EagleBurgmann Chance e.V., Innerwheel Tegernsee, Jörg Kühne und des Asylhelferkreises Eurasburg-Beuerberg, sowie für die Finanzierung einer Supervision für das TRIGG Team durch das Kreisbildungswerk Bad Tölz-Wolfratshausen.

Wir sind dankbar für die kostenlose Nutzung des Jugendhauses der Ev.luth. Kirchengemeinde St. Michael, Wolfratshausen unter Pfarrer Florian Gruber, sowie für die kostenfreie Nutzung des Pumpenhauses, das durch den Verein Bürger für Bürger e.V. bereitgestellt wird.

Dankbar sind wir für die großzügige Finanzierung von Aktion Mensch, die den Erfolg von TRIGG erst möglich gemacht hat. Ebenfalls über die Unterstützung durch die Pater-Rupert-Mayer-Stiftung und für die Trägerschaft der Caritas, die eine derartige Finanzierung ermöglicht.

Unser Dank gilt des Weiteren allen Kooperationspartnern und Unterstützern >>.

TRIGG in der Presse / Öffentlichkeit